Zertifizierung "Fahrradfreundliche Kommunen 2018 bis 2022"

Minister Dr. Althusmann: "Hameln, Lingen und Osnabrück dürfen sich von 2018 bis 2022 'Fahrradfreundliche Kommunen Niedersachsen' nennen"

Niedersachsens Verkehrsminister Dr. Bernd Althusmann hat am 30. November 2017 in Oldenburg gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen Niedersachsen/Bremen (AGFK), Prof. Dr. Axel Priebs, die Städte Osnabrück, Lingen und Hameln mit dem Zertifikat "Fahrradfreundliche Kommune Niedersachsen" ausgezeichnet.

Althusmann: "Die drei Kommunen haben mit ganz unterschiedlichen Schwerpunkten gezeigt, wie eine gute, breit aufgestellte Radverkehrsförderung in Kommunen aussehen sollte. In allen drei Städten finden Fahrradfahrer hervorragende Bedingungen vor."

Bei dem Zertifizierungsverfahren werden alle Handlungsfelder der Radverkehrsförderung betrachtet: Konzeptionelle Ansätze, die finanzielle und personelle Ausstattung, das Fahrradklima, die Infrastruktur, die Verkehrssicherheitsarbeit sowie der Berufsradverkehr und der Fahrradtourismus. Nur, wer in allen Felder gut aufgestellt ist, kann zertifiziert werden.

 


Stadt Hameln: Fachbereichsleiter Ralf Wilde (Mitte) mit Minister Dr. Bernd Althusmann (links) und AGFK-Vorsitzenden Prof. Dr. Axel Priebs (rechts).
(Foto: Markus Hibbeler/AGFK)

In der Stadt Hameln wird engagiert am Abbau von Barrieren für den Radverkehr gearbeitet. Die Jury zeigte sich angetan von den kürzlich umgesetzten infrastrukturellen Baumaßnahmen: Innerstädtisch wurden zusätzliche Querungsmöglichkeiten der Bundesstraßen und einer Diagonalquerung geschaffen, damit das Netz für den Radverkehr komfortabler wird. So wurde eine Brücke über einen Flusslauf erneuert, damit der bei Touristen so beliebte Weser-Radweg noch attraktiver wird. Aber auch neue Serviceangebote wie etwa eine Servicestation mit Luftpumpe und Werkzeug beeindruckten die Jury.

 


Stadt Lingen (Ems): Oberbürgermeister Dieter Krone (2. von links) und Stadtbaurat Lothar Schreinemacher (2. von rechts) mit Minister Dr. Bernd Althusmann (links) und AGFK-Vorsitzenden Prof. Dr. Axel Priebs (rechts).
(Foto: Markus Hibbeler/AGFK)

Mit Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger hat die Stadt Lingen (Ems) das Handlungskonzept "Zukunftsstadt Lingen 2025" entwickelt. Die Stadt versteht die Radverkehrsförderung als Aufgabe, die mit der Bevölkerung gemeinsam angegangen wird. Entsprechend findet die Fahrradkultur in Lingen eine breite Verankerung. Bemerkenswert fand die Jury zudem die Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen. Neben der Schülerfirma „EL-Fietsen“ engagieren sich zwei Schulen mit AGs in einer kirchlichen Fahrradwerkstatt.

 


Stadt Osnabrück: Stadtbaurat Frank Otte (2. von rechts) und Radverkehrsbeauftragte Ulla Bauer (2. von links) mit Minister Dr. Bernd Althusmann (links) und AGFK-Vorsitzenden Prof. Dr. Axel Priebs (rechts).
(Foto: Markus Hibbeler/AGFK)

Die Stadt Osnabrück hat sich durch herausragende Radverkehrsförderung in den vergangenen 30 Jahren von einer eher auto-orientierten zu einer fahrradfreundlichen Stadt entwickelt. Sie zeigt mit einem überdurchschnittlichen Radverkehrsanteil von 23 Prozent vorbildlich, dass Radverkehrsförderung auch dann erfolgreich sein kann, wenn eine gewachsene Radverkehrskultur zunächst nicht vorhanden ist. Überzeugt haben auch viele Infrastrukturmaßnahmen, bei denen der Radverkehr oftmals - gut sichtbar für den Autoverkehr - auf Fahrbahnniveau geführt wird. Auch die Planungen für den Radschnellweg nach Belm und eine engagierte Öffentlichkeitsarbeit beeindruckten die Jury.

 


Die drei zertifizierten Kommunen erhielten jeweils zwei Straßenbanner. Ebenfalls im Bild: Anja Heuck (links), Ansprechpartnerin Radverkehr des Landes Niedersachsen.
(Foto: Markus Hibbeler/AGFK)

Neben den Urkunden erhielten die ausgezeichneten Kommunen zwei große Straßenbanner und eine Plakette, die sie öffentlich als eine der fahrradfreundlichsten Kommunen Niedersachsens ausweist.

Die Übergabe der Zertifikate war wie schon im vergangenen Jahr in die Fachtagung "Fahrradland Niedersachsen-Bremen" eingebunden. Erstmals fand diese traditionsreiche Tagung nicht in der Landeshauptstadt Hannover, sondern in Oldenburg statt und wurde gemeinsam mit der Freien Hansestadt Bremen und der AGFK ausgerichtet. Minister Dr. Bernd Althusmann und Prof. Dr. Priebs stellten hier auch die gemeinsame Broschüre "Fahrradland Niedersachsen-Bremen 2017" vor. Diese beinhaltet unter anderem die Vorstellung der neuen AGFK-Mitgliedskommunen und Ausführungen zu den erfolgreich zertifizierten AGFK-Kommunen.



Hintergrundinformationen:

Das Zertifikat "Fahrradfreundliche Kommune Niedersachsen" wurde zum zweiten Mal gemeinsam vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung und von der AGFK verliehen. Die Auszeichnung hatte im Jahr 2016 den Landespreis (der ebenfalls "Fahrradfreundliche Kommune Niedersachsen" hieß) nach vierzehnjähriger Tradition abgelöst. Land und AGFK erhoffen sich von der Neuausrichtung eine gezieltere und nachhaltigere Radverkehrsförderung. Nach nunmehr zwei Jahren kann von einem vollen Erfolg gesprochen werden.

In den Jahren 2016 und 2017 haben sich bereits zehn Kommunen auf die Auszeichnung beworben, sieben von ihnen haben die hohen Anforderungen erfüllen können und das Zertifikat erhalten. Voraussetzung für die Zertifizierung ist die AGFK-Mitgliedschaft und ein bestehendes Konzept zur Radverkehrsförderung. Die Jury bestand aus Vertretern des niedersächsischen Verkehrsministeriums, der niedersächsischen Straßenbauverwaltung, des AGFK-Vorstandes und der AGFK-Geschäftsstelle, der kommunalen Spitzenverbände, des ADFC Niedersachsen, der TourismusMarketing Niedersachen, der Landesverkehrswacht Niedersachen sowie den verkehrspolitischen Sprechern aller Landtagsfraktionen. Folgende Bereiche gingen in die Bewertung der Jury ein: kommunalpolitische Zielsetzungen im Konzept, fahrradfreundliches Klima Infrastruktur, Verkehrssicherheit, Berufsradverkehr und Radtourismus. Die Verleihung des Zertifikats findet jährlich statt. Die Auszeichnung bescheinigt den Kommunen für fünf Jahre, eine der fahrradfreundlichsten Kommunen Niedersachsens zu sein. Bewerbungsschluss für alle an der Zertifizierung interessierten Kommunen ist für 2018 der 31. Januar 2018.

 

Der vorstehende Text basiert auf einer Pressemitteilung des Landes Niedersachsen.