Klaus Geschwinder

Teamleiter Verkehrsentwicklung und Verkehrsmanagement, Region Hannover

Als Raumplaner mit Studienabschluss in Dortmund leite ich die Verkehrsentwicklungsplanung im Fachbereich Verkehr der Region Hannover. Mit der Aufstellung des Verkehrsentwicklungsplans pro Klima, für den die Region Hannover 2012 den deutschen Verkehrsplanungspreis gewonnen hat, hat sich die Bedeutung des Radverkehrs für ein klimafreundliches Gesamtverkehrssystems mit einem Schlag deutlich erhöht. Wir konnten belegen, dass die Förderung des Radverkehrs die wirkungsvollste Maßnahme im gesamten Handlungskonzept darstellt. Die Maßnahmen haben wir danach folgerichtig im Handlungskonzept „umsteigen: aufsteigen“ konkretisiert und mit notwendigen Haushaltsmitteln versehen.

Neben einem konsequenten Infrastrukturausbau mit den Schwerpunkten beim Radwegebau im Vorrangnetz und Bike & Ride Anlagen an den Bahnhöfen und Stadtbahnstationen verfolgt die Region Hannover zahlreiche Einzelmaßnahmen, die den Radverkehr zielgerichtet fördert.

So haben wir ab 2017 zusammen mit der Sparkasse Hannover das Lastenradförderprogramm LaraLaped für den Wirtschaftsverkehrs mit einem Umsatz von über 100.000 € pro Jahr aufgelegt. Ein anderes Erfolgsmodell stellt das 1000 Bügelprogramm dar, bei dem die Region Hannover den 21 regionsangehörigen Kommunen kostenfrei Fahrradbügel anbietet. Durch die Großbestellung erzielen wir in den Ausschreibungen unschlagbar günstige Preise. Zuletzt sei die Teilnahme am bundesweiten Wettbewerb Stadtradeln genannt, der den Rahmen für drei Aktivwochen im Radverkehr jeweils im Frühsommer stellt. Alle 21 Kommunen nehmen teil und sorgen dafür, dass die Region nach 2016 auch 2017 den Wettbewerb für sich entscheiden konnte.

Selber bin ich seit vielen Jahren begeisterter Radfahrer. Nahezu alle täglichen Wege lege ich mit dem Rad zurück und habe seitdem eine sehr spezifische Sichtweise auf viele Punkte gewonnen, die ich gerne in die Arbeit in der AGFK einbringe. Radverkehr in Städten und Regionen bedeutet für mich eine deutliche Steigerung der Lebensqualität. Der Nahbereich gewinnt an Attraktivität, wie uns unsere europäischen Vorzeigestädte Kopenhagen und Amsterdam eindrucksvoll zeigen. Das ist für mich gleichzeitig Vision und Ansporn für die Förderung des Radverkehrs bei uns in Hannover und in ganz Niedersachsen. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit.