Fragenkomplex 1

Welche Themen „Rund ums Rad“ sind für die Kommunen wichtig?

Die Kartenabfrage zu dem Fragenkomplex 1 hatte zum Ziel, die „Knackpunkte Rund ums Rad“ herauszuarbeiten, welche die Kommunen in Niedersachsen beschäftigen. Im Ergebnis zeigt sich, dass schwerpunktmäßig Themen der Bestandssicherung wie auch der Weiterentwicklung des Alltagsradverkehrs im Vordergrund stehen. Damit verbunden wird Radverkehr als Teil eines umweltverträglichen Modal Split in den Kommunen als zunehmend bedeutsames Thema gesehen:

  • Verknüpfung ÖPNV und Radverkehr,
  • Verkehrssicherheit, insbesondere auf dem Schulweg,
  • Fragen rund um die Verkehrssicherungspflicht,
  • (neue) Wege zur Finanzierung von Radinfrastruktur (Einnahmen aus Verkehrsüberwachung für Radverkehr?),
  • Einbindung der Bausteine der kommunalen Radstrategien in bestehende / zukünftige Förderkulissen (Bund, Land),

Insbesondere sind für die Kommunen Serviceleistungen von Bedeutung, welche sie bei der täglichen Arbeit unterstützen. Genannt wurden:

  • Bereitstellung grundlegender themenbezogener Informationen rund ums Rad in Form von Arbeitshilfen / Broschüren.
  • Erfahrungsaustausch und Hinweise auf News: Was gibt es Neues? Wer hat wo welches Projekt zu welchem Thema initiiert? (u.a. Modellversuche, innovative Lösungen, allgemeine Hinweise),
  • Umgang mit Richtlinien und deren Spielräume,
  • Radverkehr in Grund- und Mittelzentren,
  • Hilfe bzw. Unterstützung bei Marketing und Öffentlichkeitsarbeit – Wie und wodurch entsteht eine besondere „Fahrradkultur“? Hierunter ist auch die Vermittlung von „Chancen und Möglichkeiten rund um den Radverkehr“ an die verantwortliche Politik zu sehen.

Darüber hinaus sind thematisch konkrete Projekte im Themenfeld Sicherung und Entwicklung notwendiger Infrastrukturen für den Radverkehr von den Kommunen als wichtig benannt worden. Themen sind u.a.:

  • Schutzstreifen an Straßen (innerorts/außerorts); hierzu gibt es schon in einigen Landkreisen konkrete vom BVMBS geförderte Modellversuche. Ziel ist die Verankerung in der StVO,
  • Straßenbegleitende Radwege,
  • Velorouten,
  • Querung qualifizierter Straßen durch Radwege (good practices, Erfahrungsaustausch),
  • Fahrradspezifische Beschilderung (Konzepte, technische Umsetzung),
  • Anforderungen bei Ausbau von Radinfrastruktur in Hinsicht auf die zunehmende Nutzung durch Pedelecs /E-Bikes.

Neben dem Alltagsradverkehr wurde mehrfach auch die Bedeutung des touristischen Radverkehrs für die Kommunen hervorgehoben. Themenfelder sind:

  • Nutzung des Radtourismus für wirtschaftliche Entwicklungen,
  • Fahrradrouting als Baustein einer touristischen Vermarktung,
  • Entwicklung von Qualitätsstandards zur Sicherung der entwickelten Angebote,
  • Serviceangebote für Radtouristen (Internet, Karten, Werkstätten, Hotels, Gaststätten).

Neben Fragen zur Entwicklung einzelner touristisch zu vermarktender Produkte (Routen) oder Radrouting steht bei den Teilnehmenden auch das Zusammenwirken zwischen Tourismus- und kommunalen Akteuren im Fokus. Projektidee: „Zusammenwirken / Abgrenzen Tourismus und kommunales Handeln“. Von Bedeutung ist hier z.B. die Abstimmung von geplanten kommunalen Wegebaumaßnahmen mit touristischen Entwicklungsvorstellungen.

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