04.02.2011

Positionspapier

Die Förderung des Radverkehrs in Form eines integrierten Bestandteils des Verkehrssystems ist eine effektive Lösungsstrategie für aktuelle und vielfältige Probleme unserer Mobilität. Die Folgen des demografischen Wandels und des Klimawandels stellen zusätzliche Herausforderungen dar, Mobilität zu sichern und an zukünftige Anforderungen angepasst zu entwickeln.

Das Radfahren als Bestandteil der Alltagsmobilität und als Freizeitaktivität hat bereits in den zurückliegenden Jahren stetig an Bedeutung gewonnen. Die Städte, Landkreise und Gemeinde in Niedersachsen wollen von den Vorteilen des Radverkehrs profitieren. Gleichzeitig will sich Niedersachsen mit seiner langen Fahrradtradition als Fahrradland profilieren. Proklamiertes Ziel des Landes und einer Vielzahl von Kommunen ist die Erhöhung des Radverkehrsanteils im Alltagsverkehr sowie die Förderung des Fahrradtourismus als Wirtschaftsfaktor und Chance für Wertschöpfung. Die grundlegenden Voraussetzungen zum Fahrradfahren sind in weiten Teilen Niedersachsens ausgesprochen gut, obwohl in einigen Bereichen noch Ausbaubedarf besteht. Dennoch hat der Radverkehr auf Landesebene in vielen anderen Bundesländern einen höheren Stellenwert und wird mit erheblich größeren personellen und finanziellen Ressourcen gefördert.

Niedersachsen droht hier den Anschluss zu verlieren. Aus wichtigen Themen der Radverkehrsförderung hat sich das Land in der Vergangenheit weitgehend herausgehalten. Zu nennen sind hier Themen wie der Radroutenplaner, der in den meisten Bundesländern sowohl für den Alltags- als auch Freizeitverkehr bereits etabliert ist, die Umsetzung und Vermarktung des landesweiten „N-Netzes“ oder das Thema Verkehrssicherungspflicht, deren unklare Regelung ein Hemmnis für die Entwicklung attraktiver touristischer Infrastruktur darstellt.

Die professionelle Förderung einer stadtverträglichen Mobilität einerseits und des Fahrradtourismus in einem zunehmend unter den Ländern umkämpften Markt andererseits muss daher zukünftig deutlich stärker als eine relevante Landesaufgabe verstanden und mit entsprechenden personellen und finanziellen Ressourcen versehen werden, um eine koordinierende Rolle zu übernehmen und Fördermöglichkeiten für die Erarbeitung und Umsetzung von Konzepten, Planungen und Maßnahmen zu bieten.

Die im Februar 2010 gestartete Initiative zur Gründung einer Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Niedersachsen (AGFK) setzt sich dafür ein, dass der Radverkehr landesweit an Bedeutung gewinnt und Niedersachsen wieder den Anschluss an die anderen Bundesländer findet. Die AGFK will in enger Zusammenarbeit mit den kommunalen Spitzenverbänden, die Vertretung der Radverkehrsinteressen gegenüber dem Land wahrnehmen und ein Forum für Vernetzung und Information unter den Kommunen bieten. Eine breite Unterstützung durch die Politik, Verwaltung und Verbände sichert den Erfolg für die Arbeit der AGFK.

 

Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen
in Niedersachsen (AGFK)

Michael Bernhardt, Stadt Emden
Frank Bullerdiek, Landkreis Ammerland
Steffen Gröbel, Landkreis Northeim
Dr. Solveigh Janssen, Region Hannover
Sissi Karnehm-Wolf, Landkreis Göttingen
Norbert Klostermann, Stadt Oldenburg
Dr. Holger Kloth, Landkreis Grafschaft Bentheim
André Menzel, Zweckverband Großraum Braunschweig
Maike Rohlfing, Landkreis Nienburg

Das Positionspapier der AGFK Niedersachsen können Sie hier herunterladen.