Radverkehrsthemen im Schaufenster Elektromobilität

Projektzusage für das Projekt eRadschnellwege

Die Bundesregierung hat die ersten Projekte des Schaufensters Elektromobilität in der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg genehmigt. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer nutzte seinen Besuch am 18.12.2012 in Hannover, um persönlich zwei Bescheide aus seinem Ressort zu übergeben.

Das Projekt eRadschnellwege basiert auf einem Konzept, das die Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg im Rahmen ihrer Radverkehrsstrategie verfolgt. Seit 2009 wurden in einer vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung mitfinanzierten Machbarkeitsstudie die Möglichkeiten der Förderung des Radverkehrs durch Radschnellwege untersucht. Dafür wurden vier Routen in verschieden Gebieten der Metropolregion begutachtet (Studie veröffentlicht 2012, Radschnellwege - Etappen auf dem Weg zur Umsetzung). Im Zuge dieser Arbeit ist die Bedeutung von Radschnellwegen für die Entwicklung der Zweiradelektromobilität in den Fokus gerückt und in die Planungsprozesse einbezogen worden.

Im Rahmen des Schaufensters Elektromobilität der Metropolregion wird nun als Modell eine Route in Göttingen (vom Bahnhof Göttingen bis Uni Campus Nord mit einer Länge von ca. 4 km) realisiert. Dieser Streckenabschnitt wurde aufgrund des hohen Radverkehrsaufkommens (ca. 14.400 Beschäftigte plus 25.000 Studierende) ausgewählt. Im Rahmen des Projekts wird zusätzlich eine Beurteilung des Metropolradwegenetzes (ca. 2.500 km) für den Einsatz von Elektrofahrrädern durchgeführt. Der Lehrstuhl für Informationsmanagement der Universität Göttingen wird begleitend untersuchen, welche Standards an den Verkehrsanlagen zur Förderung des innerstädtischen Pedelecverkehrs zu empfehlen sind und welche Einflussfaktoren den Umstieg von Berufspendlern vom PKW hin zu Elektrofahrräder erleichtern.

Zusätzlich untersucht die Universität Göttingen in Kooperation mit der Lenkungsgruppe Radverkehrsstrategie und den Kommunen der Metropolregion im Rahmen des SFE-Projekts, in wie weit das Radroutennetz der Metropolregion (Metropolnetz, siehe Broschüre Radverkehrsstrategie, 2008) den künftigen Anforderungen der Zweiradelektromobilität entspricht. Mittels Testbefahrung und Netzanalyse des 2500 km langen Metropolnetzes wird der Bestand ermittelt und bewertet und den Kommunen zur Verfügung gestellt. Aus dieser Netzbeurteilung mit Schwachstellenanalyse können vor Ort Empfehlungen für Optimierungsmaßnahmen für Pedelec- und traditionellen Radverkehr abgeleitet werden. Im letzten Schritt ist für Endkunden ein interkommunales gemeinsames WEB-Portal auf Metropolregionsebene geplant, in dem pedelec-geeignete Radrouten georeferenziert angezeigt werden. Das schließt auch spezifische Infrastruktur für Zweiradelektromobilität (Verleihstationen, Ladestationen, Serviceangebote wie z. B. GPX-Tracks zum download) ein.

Die Konsortialführerschaft liegt bei der Stadt Göttingen, die sich mit rund 600.000 Euro an der Realisierung des eRadschnellwegs beteiligen wird. Der Landkreis Göttingen bringt Sach- und Personalmittel in Höhe von 120.000 Euro ein. Die wissenschaftliche Begleitung des Projekts hat die Universität Göttingen, Lehrstuhl für Informationsmanagement. Weiterer Projektpartner ist der Energieversorger E.ON- Mitte.

Partner: Stadt Göttingen, Lehrstuhl für Informationsmanagement der Universität Göttingen, Landkreis Göttingen, E.ON-Mitte

Projektvolumen: ca. 1,8 Mio. Euro
Fördervolumen: ca. 1 Mio. Euro
Projektlaufzeit: 2012 bis Ende 2015

Weitere Informationen zum Projekt unter:
http://www.eradschnellweg.de

Weitere Informationen zum Schaufenster Elektromobilität unter:
http://www.metropolregion.de/pages/themen/schaufenster_e-mobilitaet/index.html